Wie die PR-Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mit journalistischer Hilfe die veröffentlichte Meinung beeinflusst, konnte Christian Nuernbergk am Beispiel von elf Meinungsführermedien aufdecken. In seiner Studie "Die Mutmacher" beleuchtet er, warum die Initiative trotz mangelnder Transparenz für gute Presse sorgen und sich darüber hinaus ein Image von Überparteilichkeit und Kompetenz geben konnte. Dafür war nicht nur der äußerst geschickte Einsatz verschiedener PR-Instrumentarien verantwortlich, sondern vor allem der kritiklose Umgang vieler Journalisten mit dem PR-Material. Über ein halbes Jahr lang analysierte Nuernbergk die Pressemitteilungen der Initiative und verglich sie mit der Berichterstattung, die sich als überwiegend undifferenziert und einseitig positiv herausstellte. Häufig versagten die Kontrollmechanismen der freien Presse: Die Positionen der Initiative wurden unkritisch übernommen, eigene Recherchen blieben aus, alternative Sichtweisen kamen nicht vor.
"Analytische Stringenz", "theoretischer Tiefgang" und vor allem ein "sensibler Umgang mit dem Datenmaterial", - diese Qualitäten haben die Jury des Medienpreises der Hamburg Media School von Nuernbergks Arbeit überzeugt. Die Hamburg Media School bildet seit Oktober 2005 Journalisten im Master-Studiengang aus: Kritik- und Reflexionsfähigkeit sowie handwerkliche Qualität sind die Leitlinien ihrer Ausbildung.
"Ich finde es toll, dass die Hamburg Media School Abschlussarbeiten mit Medienbezug mit einem solchen Preis wertschätzt. Das sollte anderen Studenten Mut machen, ebenfalls ihre Arbeit einzureichen", so der Preisträger, dessen Arbeit sich unter mehr als 50 Einsendungen durchsetzen konnte.
Der Preis für überdurchschnittliche wissenschaftliche Abschlussarbeiten ist mit 1000 Euro dotiert. Die Jury besteht aus Kommunikationswissenschaftlern der Hamburg Media School. Die Auszeichnung soll dazu beitragen, medienrelevante Arbeiten junger Hochschulabsolventen einem breiteren Publikum bekannt zu machen.
Wer seine Abschlussarbeit für den Medienpreis 2006 einreichen möchte, hat ab sofort bis zum 31. März 2006 die Möglichkeit dazu. Informationen dazu sind unter
http://www.hamburgmediaschool.com zu finden.
Für Rückfragen: Christian Nuernbergk, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft in Münster, E-mail: nuechr@uni-muenster.de